Januar. Ein ganz neues Jahr voller Möglichkeiten und guter Vorsätze. Vielleicht hast du beschlossen, mehr Sport zu treiben, gesünder zu essen oder endlich dieses eine Projekt anzugehen. Aber wie oft hörst du jemanden sagen: „Dieses Jahr will ich besser mit meinem Ex kommunizieren, unseren Kindern zuliebe“?

Besser mit dem Ex kommunizieren

Vielleicht ist das kein typischer Vorsatz, aber gerade das macht ihn so stark. Nach einer Trennung gemeinsam Eltern zu bleiben, ist alles andere als leicht, und trotzdem wollen wir für unsere Kinder unser Bestes geben. Aber seien wir ehrlich: Die Zusammenarbeit mit dem Ex fühlt sich manchmal an wie ein Balanceakt auf dem Hochseil. Der Januar ist trotzdem der ideale Moment, kurz innezuhalten und zu überlegen, wie es besser gehen kann.

Warum gute Kommunikation so wichtig ist

Stell dir vor: Deine Kinder gehen gern von einem Zuhause ins andere, fühlen sich von beiden Eltern gehört und geliebt. Wie schön wäre das? Gute Kommunikation ist die Grundlage dafür. Kinder bekommen alles mit: den Ton, in dem ihr übereinander sprecht, die Art, wie ihr miteinander sprecht, und wie eure Kalender zusammenpassen. Wenn Eltern freundlich und respektvoll bleiben, fühlen sich Kinder sicher. Und dieses Gefühl von Sicherheit ist das größte Geschenk, das du ihnen machen kannst.

Die Falle der negativen Kommunikation

Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einer Kollegin. Sie war seit Jahren getrennt und kam mit ihrem Ex bei der Ferienplanung nicht auf einen Nenner. Ein einfaches Gespräch, damals noch von Angesicht zu Angesicht, entgleiste in Gereiztheit und harte Worte. Ihre Tochter kam zu ihr und sagte leise: „Könnt ihr bitte aufhören zu streiten? Ich bekomme Bauchweh davon.“ Diese Worte haben sie tief getroffen. Mich auch.

Nach manchen Erlebnissen in meiner eigenen Situation habe ich beschlossen, dass Freundlichkeit und Ruhe die Grundlage sein müssen, auch wenn es manchmal schwerfällt.

Ein Neuanfang, gemeinsam

Dieses Jahr kannst du es anders machen. Entscheide dich bewusst für Harmonie und Zusammenarbeit. Wie? Diese Schritte können helfen:

  1. Vergiss die Vergangenheit nicht, aber lass los. Ja, vielleicht hast du schmerzhafte Erinnerungen oder habt ihr Meinungsverschiedenheiten erlebt, und etwas von „früher“ belastet dich wohl noch. Versuch trotzdem, jedem Gespräch ab jetzt mit frischem Blick zu begegnen.

  2. Kommuniziere klar und respektvoll. Vermeide passiv-aggressive Bemerkungen und Vorwürfe. Konzentrier dich darauf, was deine Kinder brauchen, und halte Gespräche mit dem anderen Elternteil, und auch die über den anderen, so neutral und respektvoll wie möglich.

  3. Sei flexibel. Pläne ändern sich, Kinder werden krank, Unerwartetes passiert. Versuch, nicht daran festzuhalten, wer „recht hat“, sondern schau, was machbar und für alle gut ist.

  4. Mach Freundlichkeit zur Brücke. Schon ein einfaches „Danke“ nach einer komplizierten Absprache kann viel bewirken. Es gibt den Ton vor und kann viel Spannung herausnehmen.

Was Harmonie bewirkt

Wenn du dich bewusst für Harmonie und einen freundlicheren Ton entscheidest, sind Kinder sichtbar glücklicher. Sie erzählen beiden Eltern frei, was sie beschäftigt, fühlen sich gehört und müssen sich keine Sorgen über die Spannungen zwischen euch machen. Und Kindern diese Sorgen abzunehmen, ist das Wichtigste, wenn ihr getrennt gemeinsam Eltern seid.

Ein neues Jahr ist die Gelegenheit, neu zu wählen. Nicht nur für dich, sondern auch für die Menschen, die du am meisten liebst. Stell dir vor, deine Kinder blicken in ein paar Jahren zurück und sagen: „Das habt ihr wirklich gut gemacht, zusammen.“ Genau das kann Elternsein nach der Trennung sein: ein Weg der Harmonie, mit Freundlichkeit als Brücke.

Mach dieses Jahr zu dem Jahr, in dem du diese Brücke baust. Für dich. Für deinen Ex. Und vor allem: für deine Kinder.

Be Nice