Welche Betreuungsmodelle gibt es?
Es gibt viele Wege, die Betreuung der Kinder nach einer Trennung aufzuteilen. Vier begegnen einem immer wieder. Die ersten drei sind Formen des Wechselmodells, das vierte ist das Residenzmodell.
Woche um Woche
Die Kinder sind eine Woche bei einem Elternteil und die nächste Woche beim anderen.
Zum Beispiel:
- Woche 1: Montag bis Sonntag bei Elternteil A
- Woche 2: Montag bis Sonntag bei Elternteil B
Danach beginnt der Plan von vorn.
Der Vorteil ist, dass es einfach ist. Es gibt weniger Übergaben als bei den meisten anderen Plänen, und beide Eltern haben längere Zeit am Stück mit den Kindern.
Für manche Kinder sind sieben Tage ohne den anderen Elternteil lang. Deshalb verabreden manche Familien zwischendurch ein Treffen mit dem anderen Elternteil, zum Beispiel ein gemeinsames Essen.
Achtung: gerade und ungerade Wochen
Eltern, die wochenweise wechseln, denken oft in geraden und ungeraden Kalenderwochen. „Die Kinder sind in den geraden Wochen bei mir“ ist leicht zu merken, und man muss nie wieder darüber nachdenken.
Einen Haken hat die Sache allerdings.
Die meisten Jahre haben 52 Kalenderwochen, aber hin und wieder sind es 53. 2026 ist so ein Jahr. Die Kalenderwoche 53 geht von Montag, 28.12.2026, bis Sonntag, 3.1.2027, und sie ist ungerade. Die Kalenderwoche 1 von 2027 ist ebenfalls ungerade.
Also zwei ungerade Wochen hintereinander. Wer streng nach gerade und ungerade aufteilt, merkt dann, dass derselbe Elternteil zweimal nacheinander an der Reihe ist.
Das ist kein Problem, solange ihr es vorher wisst. Sprecht gemeinsam ab, wie ihr diese Wochen rund um den Jahreswechsel aufteilt, statt es im Dezember mitten in den Feiertagen zu entdecken. Nach 2026 passiert das übrigens erst 2032 wieder.
Der 2-2-3-Plan
Beim 2-2-3-Plan ist die Woche in kürzere Abschnitte aufgeteilt.
Zum Beispiel:
Woche 1:
- Montag und Dienstag bei Elternteil A
- Mittwoch und Donnerstag bei Elternteil B
- Freitag, Samstag und Sonntag bei Elternteil A
Woche 2:
- Montag und Dienstag bei Elternteil B
- Mittwoch und Donnerstag bei Elternteil A
- Freitag, Samstag und Sonntag bei Elternteil B
So wechseln sich auch die Wochenenden von selbst ab.
Der Vorteil: Die Kinder sehen beide Eltern regelmäßig. Dafür gibt es recht viele Übergaben, und das verlangt mehr Absprache im Alltag.
Der 2-2-5-5-Plan
Eine andere Möglichkeit ist der 2-2-5-5-Plan.
Dabei haben beide Eltern feste Tage in der Woche.
Zum Beispiel:
- Montag und Dienstag: immer bei Elternteil A
- Mittwoch und Donnerstag: immer bei Elternteil B
- Freitag bis Sonntag: abwechselnd bei Elternteil A oder Elternteil B
So entstehen abwechselnd Zeiten von zwei und von fünf Tagen. Die fünf sieht man
erst, wenn man über eine Woche hinausschaut. Das Wochenende bei Elternteil A geht
nämlich nahtlos in die festen Tage Montag und Dienstag der Woche danach über: Von
Freitag bis Dienstag ist das Kind beim selben Elternteil, fünf Tage am Stück. Eine
Woche später ist es bei Elternteil B genauso, dann von Mittwoch bis Sonntag.
Der Vorteil ist, dass man sich den Plan gut merken kann. Ein Kind weiß zum Beispiel, dass Montag und Dienstag immer zum selben Elternteil gehören. Auch für Schule, Sport, Betreuung und Arbeit ist so ein fester Rhythmus angenehm.
Vor allem bei einem Elternteil, Wochenenden beim anderen
Nicht jede Familie teilt die Tage ungefähr gleich auf.
Ein Kind kann auch vor allem bei einem Elternteil wohnen und zum Beispiel jedes zweite Wochenende beim anderen sein. Manchmal kommt unter der Woche noch ein fester Nachmittag, Abend oder eine Übernachtung dazu.
Zum Beispiel:
- Unter der Woche: vor allem bei Elternteil A
- Jedes zweite Wochenende: von Freitag nach der Schule bis Sonntagabend bei Elternteil B
- Vielleicht noch: jeden Mittwochnachmittag oder Mittwochabend bei Elternteil B
Das kann praktisch sein, wenn die Eltern weiter auseinander wohnen, die Arbeitszeiten sehr verschieden sind oder einem Kind ein klares Zuhause während der Schulwoche guttut.
Die Betreuungsmodelle auf einen Blick
Das sind Beispiele. Euer Plan muss in keines dieser Modelle genau hineinpassen.
Manche Familien teilen 60 zu 40 oder 70 zu 30 auf. Andere bauen sich wegen Schichtarbeit oder unregelmäßiger Arbeitszeiten einen ganz eigenen Plan.
Am wichtigsten ist, dass der Plan im Alltag machbar ist und zu euren Kindern und eurer Lage passt.
In BeNice beginnst du mit dem Plan, der eurem am nächsten kommt, und passt ihn an, bis er stimmt: bei wem die Kinder schlafen, an welchen Tagen die Übergabe ist und um wie viel Uhr. Passt kein Modell, legst du einen eigenen Plan an.
Haben eure Kinder nicht alle denselben Rhythmus, bekommt jedes Kind seinen eigenen Plan. Und einen festen Nachmittag oder Abend beim anderen Elternteil, etwa jeden zweiten Mittwochnachmittag, fügst du einzeln hinzu.